Hirschgeweihen während ihres Lebens, wobei es möglich ist, dass dies rein ist; denn es handelt sich um etwas Reines, das verbunden ist, bei gleichzeitigem Fehlen von Leben darin. Daher wird es durch die Trennung vom Tier nicht unrein, ebenso wenig wie durch den Tod des Tieres, vergleichbar mit dem Haar. Die Überlieferung bezieht sich auf das, was vom Tier abgeschnitten wird, während es lebendig ist, da es durch die Trennung stirbt und das Leben von ihm weicht, im Gegensatz zu diesem Fall; denn es stirbt nicht durch die Trennung und gleicht somit dem Haar. Was bei Eintritt des Todes nicht unrein wird, dessen Knochen sind unbedenklich, wie beim Fisch, da dessen Tod der rituellen Schlachtung bei essbaren Tieren gleichkommt.
Abschnitt: Die Milch eines verendeten Tieres (Mayta) und sein Lab (12) sind nach der offensichtlichen Lehrmeinung der Rechtsschule unrein. Dies ist auch die Ansicht von Malik und al-Shafi'i. Es wurde jedoch überliefert, dass sie rein seien, was die Auffassung von Abu Hanifa und Dawud ist, da die Gefährten (möge Gott mit ihnen zufrieden sein) Käse aßen, als sie al-Mada'in betraten (13). Dieser wird mit Lab hergestellt, welches aus jungen Ziegen gewonnen wird, und ist daher wie Milch, wobei deren Schlachtungen als verendete Tiere (Mayta) gelten.
Was uns betrifft, so ist es eine Flüssigkeit in einem unreinen Gefäß und daher unrein, so wie wenn sie in ein unreines Gefäß gemolken würde. Wäre sie nach der Trennung vom verendeten Tier damit in Berührung gekommen, wäre sie unrein, ebenso also auch vor der Trennung. Was die Magier betrifft, so wurde gesagt, dass sie das Schlachten nicht selbst vornahmen, sondern ihre Schlachter Juden und Christen waren. Selbst wenn dies nicht von ihnen überliefert wäre, bliebe die Wahrscheinlichkeit bestehen, da es unter ihnen Juden und Christen gab. Das ursprüngliche Prinzip ist die Erlaubnis (Hilm), die durch Zweifel nicht aufgehoben wird. Es wurde überliefert, dass die Gefährten des Propheten, die mit Khalid in den Irak kamen, ein Heer aus Persien besiegten, nachdem diese die Tafeln gedeckt und ihre Speisen zum Verzehr bereitgestellt hatten. Nachdem die Muslime sie besiegt hatten, setzten sie sich und aßen von dieser Speise. Offensichtlich handelte es sich um Fleisch. Würde man die Unreinheit dessen, was [in ihrem Land] geschlachtet wurde (14), als Urteil ansetzen, hätten sie nichts von deren Fleisch gegessen. Wenn sie aber die Erlaubnis des Fleisches feststellten, gilt dies erst recht für den Käse. Demnach gilt: Wenn er ein Land betritt,
(12) Al-Infah (Lab): Das Alif wird mit einem Kasra, das Fa mit einem Fatha und das Ha mit einer Schadda gelesen, wobei die Schadda gebräuchlicher ist als die leichte Aussprache. Es bezeichnet für jedes Tier mit einem Pansen etwas, das aus dessen Bauch extrahiert wird, gelblich ist und in eine feuchte Wolle gepresst in die Milch gegeben wird, damit diese wie Käse gerinnt. Al-Misbah al-Munir. (13) Al-Mada'in: Eine Ansammlung von Städten, die von den Persern zwischen Euphrat und Tigris errichtet wurden. Sie befanden sich auf halber Strecke zwischen dem Zufluss des Euphrat in den Tigris. Später wandten sich die Menschen davon ab in Richtung Kufa, Basra, Wasit und Bagdad. Yaqut erwähnte, dass der Ort mit diesem Namen zu seiner Zeit eine kleine Stadt ähnlich einem Dorf war, zwischen der und Bagdad sechs Farsakh lagen. Mu'jam al-Buldan 4/445-447. (14) In der Handschrift M: "in ihrem Land".