Kapitel: Über die Reinigung (Istitaba) und das rituelle Ereignis (Hadath)
Die Istitaba ist die Reinigung durch Wasser oder Steine. Man sagt: "istataba" oder "ataba", wenn jemand sich gereinigt hat. Sie wird Istitaba genannt, weil der Mensch damit seinen Körper durch die Beseitigung der Unreinheit (Khabath) reinigt. Ein Dichter, der einen Mann verspottete, sagte (7):
Ein Schmutzgeier, der im Sommer auf einem Fersenhöcker verweilte (8), und die Hand des Reinigenden (nach dem Stuhlgang) beschleunigt.
Das Istindsha' ist ein abgeleiteter Begriff (Istif'al) von "nadschautu al-schadschara", das heißt: Ich habe sie abgeschnitten, als ob er damit das Leiden von sich abschnitt. Ibn Qutaiba sagte: Es ist abgeleitet von "Nadschwa", das ist das, was sich von der Erde erhebt, da derjenige, der seine Notdurft verrichten möchte, sich dahinter verbirgt. Das Istidschmar ist ein abgeleiteter Begriff von "Dschimar", das sind die kleinen Steine, da er sie bei seiner Reinigung verwendet.
35 - Rechtsfrage: Er sagte: (Und für jemanden, der geschlafen hat oder bei dem Wind abgegangen ist, gibt es keine Reinigung [Istindsha']).
Wir kennen diesbezüglich keine Meinungsverschiedenheit. Abu 'Abd Allah sagte: Es gibt für den Abgang von Wind keine Reinigung (Istindsha') im Buche Allahs noch in der Sunna Seines Gesandten; es ist lediglich die rituelle Waschung (Wudu) erforderlich. Es wurde vom Propheten – Allahs Segen und Friede seien auf ihm – überliefert, [dass er sagte] (1): "Wer nach dem Abgang von Wind das Istindsha' vollzieht, gehört nicht zu uns." Dies wurde von al-Tabarani in seinem "al-Mu'dscham al-Saghir" (2) überliefert. Und von Zayd ibn Aslam bezüglich des Wortes Gottes: {Wenn ihr zum Gebet aufsteht, so wascht eure Gesichter} (Sure al-Ma'ida: 6). Wenn ihr aufsteht...
(7) Der Radschaz-Vers stammt von al-A'scha Abu Basir Maimun ibn Qais, der Wa'il ibn Schurahbil ibn 'Amr ibn Marthad und dessen Stamm verspottete. Er findet sich in seinem Diwan S. 265 und in al-Lisan (unter den Wurzeln Kh-R-A, T-Y-B, Q-Y-Z, R-Kh-M) 1/64, 567, 7/457, 12/235. (8) Der "Rakhma" (Schmutzgeier) ist ein gescheckter Vogel, der dem Adler ähnelt, jedoch schwarz und weiß gescheckt ist; er gehört zu den Tieren, die Exkremente fressen. Sein Plural ist "Rakham" und "Rukhm". "Qaza" an einem Ort bedeutet, den Sommer dort zu verbringen. Die Lesart im Diwan lautet: "'ala yankhub". "Yankhub" bezeichnet einen Feigling. Die Lesart in al-Lisan lautet: "'ala matlub". (9) Im Original steht: "min al-Dschimar wa hiya nadschautu". (1) Aus dem Exemplar (M) ausgefallen. (2) Im Original ausgefallen. Wir konnten es im "al-Saghir" nach dem Hadath nicht auffinden, soweit es uns möglich war. Es findet sich jedoch im "al-Dschami' al-Saghir" von al-Suyuti, S. 298.