Abschnitt: Übermäßiges Schwören bei Gott, dem Erhabenen, ist verpönt (Makruh), aufgrund der Worte Gottes, des Erhabenen: {Und gehorche nicht jedem, der viel schwört, dem Verächtlichen} (32). Dies ist ein Tadel für ihn, der das Verpöntsein seiner Handlung impliziert. Wenn er jedoch nicht das Maß des Übermäßigen erreicht, so ist es nicht verpönt, es sei denn, es geht mit etwas einher, das seine Verpöntheit bedingt. Es gibt unter den Menschen einige, die sagen (33): Alle Eide sind verpönt; aufgrund der Worte Gottes, des Erhabenen: {Und macht Gott nicht zum Ziel eurer Eide} (34). Unser Gegenargument ist, dass der Prophet (s.a.w.) oft schwor und in ein und demselben Hadith viele Eide leistete. Manchmal wiederholte er ein und denselben Eid dreimal. So sagte er in der Predigt anlässlich der Sonnenfinsternis: "Bei Gott, o Gemeinschaft Muhammads, niemand ist eifriger als Gott, wenn es darum geht, dass Sein Diener oder Seine Dienerin Ehebruch begeht. O Gemeinschaft Muhammads, bei Gott, wenn ihr wüsstet, was ich weiß, würdet ihr wenig lachen und viel weinen" (36). Und eine Frau von den Ansar traf ihn mit ihren Kindern, da sagte er: "Bei Dem, in dessen Hand meine Seele ist, ihr seid die mir liebsten Menschen." (Er sagte dies) dreimal (37). Und er sagte: "Bei Gott, ich werde gewiss die Quraisch bekämpfen, bei Gott, ich werde gewiss die Quraisch bekämpfen, bei Gott, ich werde gewiss die Quraisch bekämpfen" (38). Wäre dies verpönt, so wäre der Prophet (s.a.w.) der Letzte gewesen, der dies täte. Zudem ist das Schwören bei Gott eine Verherrlichung Seiner selbst, und womöglich fügt man seinem Eid die Beschreibung Gottes, des Erhabenen, durch Seine Verherrlichung und Seinen Tauhid hinzu, wofür man dann belohnt wird. Es wurde überliefert, dass ein Mann bei einer Sache schwor und sagte: Bei Gott, außer dem es keinen Gott gibt, ich habe dies und jenes nicht getan. Da sagte der Prophet (s.a.w.): "Er hat zwar gelogen, aber (39) ihm wurde durch seinen Tauhid vergeben" (40). Was nun das übermäßige Schwören betrifft, so ist es nur deshalb verpönt, weil es kaum frei von Lügen ist. Und Gott weiß es am besten. Was aber Seine Worte betrifft: {Und macht Gott nicht zum Ziel eurer Eide...}
(32) Sure al-Qalam 10. (33) Im Original: "yaqulu". (34) Sure al-Baqara 224. (35) Fehlt in M. (36) Die Belegstelle wurde bereits zuvor (in 3/328) angeführt. (37) Überliefert von al-Bukhari, in: Kapitel über die Worte des Propheten (s.a.w.) an die Ansar: "Ihr seid die mir liebsten Menschen", aus dem Buch der Vorzüge der Ansar. Sahih al-Bukhari 5/40. Und von Muslim, in: Kapitel über die Vorzüge der Ansar (möge Gott, der Erhabene, mit ihnen zufrieden sein), aus dem Buch der Vorzüge der Gefährten. Sahih Muslim 4/1948, 1949. (38) Überliefert von Abu Dawud, in: Kapitel über die Ausnahme (Istithna') im Eid nach dem Schweigen, aus dem Buch der Eide und Gelübde. Sunan Abi Dawud 2/207. (39) In M mit dem Zusatz: "qad". (40) Überliefert in ähnlicher Form von Imam Ahmad, in: al-Musnad 2/68, 4/3.