Dies sagen asch-Schafi'i und die Anhänger der Vernunft (Ashab ar-Ra'y); denn dies gehört zu den Eigenschaften Seines Wesens, mit denen Er schon immer beschrieben wurde. Zudem ist eine Überlieferung bezüglich des Schwörens bei einigen dieser Eigenschaften eingegangen. So wird überliefert, dass das Feuer sagt: „Qatt, qatt“ (11) – „Bei Deiner Macht [‘Izzatika]“. Dies überlieferte al-Bukhari (12). Und wer aus dem Feuer herauskommt, sagt: „Bei Deiner Macht, ich bitte Dich nicht um etwas anderes“ (13). Im Buche Gottes des Erhabenen heißt es: {Er sprach: „Bei Deiner Macht, ich werde sie allesamt in die Irre führen“} (14).
Die zweite Kategorie sind Eigenschaften des Wesens, mit denen metaphorisch auch auf andere verwiesen wird, wie das Wissen [‘Ilm] Gottes und Seine Macht [Qudra]. Diese sind zwar Eigenschaften des Wesens, mit denen Er schon immer beschrieben wurde, doch werden sie im übertragenen Sinne auch auf das Bekannte [Ma’lum] und das Machtobjekt [Maqdur] angewandt, wie etwa in ihrem Ausspruch: „O Gott, vergib uns Dein Wissen [d.h. Deine Vorherbestimmung] über uns“. Man sagt auch: „O Gott, Du hast uns Deine Macht gezeigt, so zeige uns Deine Vergebung.“ Ebenso sagt man: „Blicke auf die Macht Gottes“, das heißt auf das, was in Seiner Macht steht [Maqdur]. Wenn man also dabei schwört, ist es ein Eid. Dies ist die Auffassung von asch-Schafi'i. Abu Hanifa sagte: Wenn er sagt: „Bei dem Wissen Gottes“, so ist es kein Eid; denn es lässt das Bekannte [Ma’lum] als Möglichkeit zu. Wir entgegnen: Das Wissen ist eine der Eigenschaften Gottes des Erhabenen, daher ist der Eid dabei ein zur Sühne verpflichtender Eid, genau wie bei der Größe ['Azama], der Macht [‘Izza] und der Kraft [Qudra]. Was sie bezüglich der Kraft [Qudra] anführten, wird dadurch widerlegt, dass sie dies anerkannt haben, obwohl es deren Entsprechung ist. Wenn er jedoch beabsichtigt, beim Bekannten [Ma’lum] oder beim Machtobjekt [Maqdur] zu schwören, ist es möglich, dass es kein Eid ist. Dies ist die Lehrmeinung der Anhänger von asch-Schafi'i; denn er hat mit dem Namen etwas anderes als eine Eigenschaft Gottes beabsichtigt, während der Ausdruck die von ihm beabsichtigte Bedeutung zulässt. Dies gleicht dem Fall, in dem er bei Namen schwören will, mit denen (15) auch andere als Gott der Erhabene bezeichnet werden. Von Ahmad wurde überliefert, dass dies in jedem Fall ein Eid sei und die Absicht, etwas anderes als eine Eigenschaft Gottes des Erhabenen zu meinen, nicht akzeptiert werde. Dies ist auch die Auffassung von Abu Hanifa bezüglich der Kraft [Qudra]; denn diese ist für die Eigenschaft gesetzt, weshalb die Absicht auf etwas anderes als die Eigenschaft nicht akzeptiert wird, genau wie bei der Größe ['Azama]. Talha al-'Aquli hat bezüglich der Namen Gottes des Erhabenen, die mit dem bestimmten Artikel „al-“ versehen sind, wie der Schöpfer [al-Khaliq] und der Versorger [ar-Raziq], erwähnt, dass sie in jedem Fall ein Eid seien; denn sie beziehen sich nur auf den Namen Gottes, und ebenso verhält es sich hiermit.
(11) Qatt, qatt: Das heißt: Genug, genug. (12) In: Kapitel zur Exegese der Sure Qaf aus dem Buch der Exegese [Kitab at-Tafsir]; in: Kapitel über das Schwören bei der Macht Gottes, Seinen Eigenschaften und Seinen Worten aus dem Buch der Eide [Kitab al-Ayman]; sowie in: Kapitel über den Ausspruch Gottes des Erhabenen {„Und Er ist der Mächtige, der Weise“} aus dem Buch des Tauhid. Sahih al-Bukhari 6/173, 8/168, 9/143. An der ersten Stelle erscheint nicht: „Bei Deiner Macht“. Ebenso wurde dies von Imam Ahmad im Musnad 3/134, 141, 234 überliefert. (13) Überliefert von al-Bukhari in: Kapitel über die Sirat-Brücke über der Hölle aus dem Buch der Herzensthemen [Kitab ar-Riqaq]; in: Kapitel über das Schwören bei der Macht Gottes, Seinen Eigenschaften und Seinen Worten aus dem Buch der Eide [Kitab al-Ayman]; sowie in: Kapitel über den Ausspruch Gottes des Erhabenen {„Und Er ist der Mächtige, der Weise“} als Ta’liq-Überlieferung aus dem Buch des Tauhid. Sahih al-Bukhari 8/148, 167, 168, 9/143. Muslim in: Kapitel über die Kenntnis des Weges der Schau [Ru'ya] aus dem Buch des Glaubens [Kitab al-Iman]. Sahih Muslim 1/166. Imam Ahmad im Musnad 2/276, 293, 534, 3/27. (14) Sure Sad 82. In der Handschrift M erscheint nicht: {„Er sprach“}. (15) Im Original steht: „summiya“.