Es wurde gesagt: Es ist wie sein Ausspruch: „Ich beschwöre dich bei Gott.“ Deshalb wird der Name Gottes des Erhabenen darin im Akkusativ [mansub] gesetzt. Wenn er aber sagt: „La-'amri“ [Bei meinem Leben], „La-'amruka“ [Bei deinem Leben] oder „'Amruka“ [Dein Leben], so ist dies nach der Ansicht der meisten Gelehrten kein Schwur. Al-Hasan sagte bezüglich des Ausspruchs „La-'amri“: Er muss eine Sühneleistung [kaffara] erbringen. Unsere Argumentation dazu ist, dass er bei dem Leben eines Geschöpfes geschworen hat, weshalb für ihn keine Sühneleistung verpflichtend ist, so als würde er sagen: „Beim Leben meines Lebens.“ Dies liegt daran, dass dieser Ausdruck als ein Schwur beim Leben dessen gilt, dem das Leben [‘amr] zugeschrieben wurde. Denn die Ergänzung lautet: „Beim Leben deines Lebens, mein Schwur“ oder „das, worauf ich schwöre“. Und das Wort al-‘amr bedeutet Leben oder Beständigkeit.
Abschnitt: Wenn er sagt: „Wa-aymu l-Lahi“ oder „wa-aymunu l-Lahi“ (29), dann ist dies ein Schwur, der zur Sühneleistung verpflichtet, und die Meinungsverschiedenheit darüber ist dieselbe, wie wir sie im Kapitel davor erwähnten. Der Prophet (möge Gott ihn segnen und ihm Frieden schenken) pflegte bei diesem Ausdruck zu schwören, und der Brauch des Sprachgebrauchs kam hinzu, daher ist es geboten, ihn darauf zu beziehen. Über dessen Etymologie besteht Uneinigkeit: Es wurde gesagt, es sei der Plural von „yamin“ (Schwur), wobei das „Nun“ darin zur Erleichterung aufgrund der häufigen Verwendung weggelassen wurde. Es wurde auch gesagt, es stamme von „al-yamin“ (die rechte Hand/der Schwur), so als hätte er gesagt: „Und der Schwur Gottes, ich werde es sicherlich tun.“ Sein Anfangs-Alif ist ein Hamzat al-Wasl.
Abschnitt: Die Schwurpartikel sind drei: das Ba, welches das ursprüngliche Partikel ist und sowohl bei sichtbaren als auch bei pronominalen Objekten eintritt. Das Waw, welches ein Ersatz für das Ba ist und nur bei sichtbaren Objekten, nicht bei pronominalen Objekten eintritt, weshalb es häufiger verwendet wird; mit ihm kamen die meisten Schwüre im Buch [dem Koran] und in der Sunna vor. Das Ba war deshalb das ursprüngliche Partikel, weil es der Buchstabe ist, mit dem intransitive Verben eine Verbindung zu ihren Objekten herstellen. Die Ergänzung [taqdir] beim Schwur lautet: „Ich schwöre bei Gott [uqsimu bi-Llah]“, wie Gott der Erhabene sprach: {„Und sie schworen bei Gott ihren feierlichsten Schwur“} (30). Das Ta ist ein Ersatz für das Waw und ist nur auf einen einzigen Namen der Namen Gottes des Erhabenen beschränkt, nämlich „Allah“, und tritt bei keinem anderen ein, daher sagt man: „Ta-Llah“ [Bei Gott]. Würde man sagen: „Ta-r-Rahman“ oder „Ta-r-Rahim“, wäre dies kein Schwur. Wenn er also bei einem dieser drei Buchstaben an seiner jeweiligen Stelle schwört, ist es ein gültiger Schwur, da es dafür konzipiert ist. Dies kam so im Buch Gottes des Erhabenen und in der Rede der Araber vor. Gott der Erhabene sprach: {„Bei Gott, ihr werdet gewiss nach dem gefragt werden, was ihr zu erfinden pflegtet“} (31). {„Bei Gott, wahrlich, Gott hat dich vor uns bevorzugt“} (32). {„Bei Gott, du wirst nicht aufhören, Yusuf zu erwähnen“} (33). {„Bei Gott, wahrlich“...}
(29) Man sagt: „Aymunu Llah“ und „Aymu Llah“, wobei das erste davon mit Kasra gelesen wird; „Aymanu Llah“ mit Fatha auf dem Mim und dem Hamza, wobei es auch mit Kasra gelesen wird; und „Aymu Llah“ mit Kasra auf dem Hamza und dem Mim. Es wurde gesagt: Sein Alif ist ein Hamzat al-Wasl. (30) Sure al-An'am 109, Sure an-Nahl 38, Sure an-Nur 53, Sure Fatir 42. (31) Sure an-Nahl 56. (32) Sure Yusuf 91. (33) Sure Yusuf 85.