Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.
Buch der Rechtsprechung (al-Qaḍāʾ)
Die Grundlage für die Rechtsprechung und ihre Legitimität findet sich im Koran, in der Sunna und im Konsens (Ijmāʿ). Was den Koran betrifft, so ist es das Wort Gottes, des Erhabenen: „O David, Wir haben dich zu einem Statthalter auf Erden gemacht, so richte unter den Menschen mit der Wahrheit und folge nicht der Neigung, damit sie dich nicht vom Wege Gottes abirren lasse“ (1). Und das Wort Gottes, des Erhabenen: „So richte unter ihnen nach dem, was Gott herabgesandt hat“ (2). Und Sein Wort: „Und wenn sie zu Gott und Seinem Gesandten gerufen werden, damit Er zwischen ihnen richte“ (3). Und Sein Wort, des Erhabenen: „Doch nein, bei deinem Herrn! Sie glauben nicht eher, als bis sie dich zum Richter machen über alles, was zwischen ihnen umstritten ist, und dann in ihren Herzen keinen Widerstand gegen deine Entscheidung finden und sich gänzlich unterwerfen“ (4). Was die Sunna betrifft, so ist es das, was ʿAmr ibn al-ʿĀṣ vom Propheten (Friede und Segen Gottes seien auf ihm) überlieferte, dass dieser sagte: „Wenn ein Richter (Ḥākim) eine Rechtsfindung (Ijtihād) vornimmt und dabei das Richtige trifft, so erhält er zweifachen Lohn; und wenn er eine Rechtsfindung vornimmt und sich irrt (5), so erhält er einen Lohn.“ Dies ist übereinstimmend (Muttafaq ʿalayhi) überliefert (6). Dies wird durch zahlreiche weitere Verse und Überlieferungen gestützt. Die Muslime sind sich einig über die Legitimität der Einsetzung der Rechtsprechung und des Richtens unter den Menschen.
Abschnitt: Die Rechtsprechung gehört zu den gemeinschaftlichen Pflichten (Furūḍ al-Kifāyāt), da die Angelegenheiten der Menschen ohne sie nicht bestehen können. Sie ist daher für sie eine Pflicht, wie der Dschihad und das Imamat. Aḥmad sagte: Die Menschen brauchen unbedingt einen Richter, sonst gehen die Rechte der Menschen verloren!
(1) Sure Ṣād, 26. (2) Sure al-Māʾida, 46. (3) Sure an-Nūr, 48. (4) Sure an-Nisāʾ, 65. (5) In der Vorlage (A) und (B): „wa-aḫṭaʾa“ (und sich irrt). (6) Herausgegeben von al-Buḫārī im „Kapitel über den Lohn des Richters, wenn er eine Rechtsfindung vornimmt und das Richtige trifft oder sich irrt“ aus dem „Buch des Festhaltens an Koran und Sunna (al-Iʿtiṣām)“. Ṣaḥīḥ al-Buḫārī, 9/133. Und von Muslim im „Kapitel über die Erläuterung des Lohns des Richters, wenn er eine Rechtsfindung vornimmt und das Richtige trifft oder sich irrt“ aus dem „Buch der Rechtsprechung (al-Aqḍiya)“. Ṣaḥīḥ Muslim, 3/1342. Ebenso herausgegeben von Abū Dāwūd im „Kapitel über den Richter, der sich irrt“ aus dem „Buch der Rechtsprechung“. Sunan Abī Dāwūd, 2/268. Und Ibn Māǧah im „Kapitel über den Richter, der eine Rechtsfindung vornimmt und das Richtige trifft“ aus dem „Buch der Urteile“. Sunan Ibn Māǧah, 2/776. Und Imam Aḥmad im „Musnad“, 2/187, 4/198, 204.
بِسْمِ اللهِ الرَّحْمَنِ الرَّحِيمِ
كتاب القَضاء
الأصلُ في القضاءِ ومَشْرُوعِيَّتِه الكتابُ والسُّنَّةُ والإجْماعُ. أمَّا الكتابُ فقولُ اللَّه تعالى: {يَادَاوُودُ إِنَّا جَعَلْنَاكَ خَلِيفَةً فِي الْأَرْضِ فَاحْكُمْ بَيْنَ النَّاسِ بِالْحَقِّ وَلَا تَتَّبِعِ الْهَوَى فَيُضِلَّكَ عَنْ سَبِيلِ اللَّهِ} (١). وقولُ اللَّه تعالى: {وَأَنِ احْكُمْ بَيْنَهُمْ بِمَا أَنْزَلَ اللَّهُ} (٢). وقولُه: {وَإِذَا دُعُوا إِلَى اللَّهِ وَرَسُولِهِ لِيَحْكُمَ بَيْنَهُمْ} (٣). وقولُه تعالى: {فَلَا وَرَبِّكَ لَا يُؤْمِنُونَ حَتَّى يُحَكِّمُوكَ فِيمَا شَجَرَ بَيْنَهُمْ ثُمَّ لَا يَجِدُوا فِي أَنْفُسِهِمْ حَرَجًا مِمَّا قَضَيْتَ وَيُسَلِّمُوا تَسْلِيمًا} (٤). وأمَّا السُّنَّةُ، فما رَوى عمرُو بنُ العاصِ، عنِ النَّبِيِّ -صَلَّى اللهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ-، أنَّه قال: "إِذَا اجْتَهَدَ الْحَاكِمُ فَأصَابَ فَلَهُ أجْرَانِ، وَإذَا اجْتَهَدَ فَأخْطَأَ (٥) فَلَهُ أجْرٌ" مُتَّفَقٌ عليه (٦). في آيٍ وأخبارٍ سِوَى ذلك كثيرةٍ. وأجمعَ المُسلِمون على مَشْرُوعيَّةِ نَصْبِ القَضاءِ، والحُكْمِ بين النَّاسِ.
فصل: والقضاءُ مِن فُروضِ الكفاياتِ؛ لأنَّ أمرَ النَّاسِ لا يستقيمُ بِدُونِه، فكانَ واجبًا عليهِم، كالجِهادِ والإِمامَةِ. قال أحمدُ: لابُدَّ للنَّاسِ مِن حاكمٍ، أَتذْهَبُ حُقوقُ
(١) سورة ص ٢٦.(٢) سورة المائدة ٤٦.(٣) سورة النور ٤٨.(٤) سورة النساء ٦٥.(٥) في الأصل، ب: "وأخطأ".(٦) أخرجه البخارى، في: باب أجر الحاكم إذا اجتهد فأصاب أو أخطأ، من كتاب الاعتصام. صحيح البخاري ٩/ ١٣٣. ومسلم، في: باب بيان أجر الحاكم إذا اجتهد فأصاب أو أخطأ، من كتاب الأقضية. صحيح مسلم ٣/ ١٣٤٢.كما أخرجه أبو داود، في: باب في القاضي يخطئ، من كتاب الأقضية. سنن أبي داود ٢/ ٢٦٨. وابن ماجه، في: باب الحاكم يجتهد فيصيب الحق، من كتاب الأحكام. سنن ابن ماجه ٢/ ٧٧٦. والإمام أحمد، في: المسند ٢/ ١٨٧، ٤/ ١٩٨، ٢٠٤.