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Al-Mughnī von Ibn Qudāma – Edition al-Turkī
Band 9 · Seite 307

Übersetzung · DE

al-Farra', Tha'lab und Ibn Qutayba, basierend auf dem Wort Allahs, des Erhabenen: {oder einen Bedürftigen (Miskin) im Zustand der Not} (Sure al-Balad 16). Dies ist derjenige, der aufgrund seiner großen Not auf die Erde geworfen ist. Sie führten folgenden Vers an:

Der Arme (Faqir), dessen Melktier gerade ausreichte, um die Familie zu versorgen, dem blieb nichts (Sabad) übrig.

Sie berichteten damit, dass der Faqir ein Melktier hatte, das gerade ausreichte, um seine Familie zu versorgen. Unser Gegenargument ist: Allah, der Erhabene, begann mit den 'Fuqara' (Armen), was darauf hinweist, dass sie wichtiger sind. Er, der Erhabene, sagte zudem: {Was das Schiff betrifft, so gehörte es Bedürftigen (Masakin), die auf dem Meer arbeiteten} (Sure al-Kahf 79). Er berichtete also, dass die Masakin ein Schiff besaßen, mit dem sie arbeiteten. Zudem sagte der Prophet – Allahs Segen und Friede auf ihm: "O Allah, lass mich arm (Miskin) leben, lass mich arm (Miskin) sterben und versammle mich in der Schar der Armen (Masakin)" (6). Er suchte zudem Zuflucht vor der Armut (Faqr), und es ist nicht zulässig, Allah, den Erhabenen, um eine schwere Notlage zu bitten, während man gleichzeitig vor einem Zustand Zuflucht sucht, der besser ist als diese. Des Weiteren ist das Wort 'Faqr' von 'Fiqar al-Zahr' (Wirbel der Wirbelsäule) abgeleitet, als ein 'Fa'il' im Sinne eines 'Maf'ul', das heißt ein 'Beraubter'; er ist derjenige, dem sein Rückgratwirbel entnommen wurde, sodass sein Rückgrat brach. Der Dichter sagte:

Als Lubad sah, dass die Adler fortflogen, hob er die Schwingen wie der arme (Faqir), wehrlose Vogel.

Das heißt, er war nicht zum Fliegen fähig, wie jemand, dessen Rückgrat gebrochen ist. Der 'Miskin' hingegen ist ein 'Mif'il'-Wort, abgeleitet von 'Sukun' (Ruhe); er ist derjenige, den die Not zur Ruhe gezwungen hat. Wer jedoch ein gebrochenes Rückgrat hat, ist in einem schlimmeren Zustand als jemand, der zur Ruhe gezwungen ist. Was den Vers angeht, so ist er ein Beweis für uns, denn Allahs Beschreibung des 'Miskin' als jemand, der sich im Zustand der Not ('dha matraba') befindet, deutet darauf hin, dass er diesen Zusatz nicht allein durch den bloßen Namen 'Maskana' (Bedürftigkeit) verdient, so wie man sagt: 'Ein Gewand, das mit einem Merkmal versehen ist' (thawbun dhu 'alam). Es ist zulässig, mit dem Begriff 'Miskin' den Faqir zu bezeichnen, sei es mit einem Kontext oder ohne.

Anmerkungen

(2) Sure al-Balad 16. (3) Der Vers stammt von al-Ra'i al-Numayri und befindet sich in seinem Diwan S. 55. (4) Al-Sabad: Ein wenig Haar. Man sagt: 'Er hat weder Sabad noch Labad', wobei beides mit kurzem Vokal gelesen wird, was bedeutet: weder wenig noch viel. (5) Sure al-Kahf 79. (6) Überliefert von al-Tirmidhi im Kapitel 'Was darüber berichtet wurde, dass die armen Auswanderer (Muhajirun) das Paradies vor ihren Reichen betreten' aus den Kapiteln über den Verzicht (Zuhd), 'Aridat al-Ahwadhi 9/213; sowie von Ibn Maja im Kapitel 'Das Zusammensitzen mit den Armen' aus dem Buch des Verzichtes (Zuhd), Sunan Ibn Maja 2/1381. (7) In den Manuskripten steht 'yur'ab', was eine Entstellung und Verfälschung ist. (8) In A und M: 'sahibihi'. (9) Dies ist Labid ibn Rabi'a al-'Amiri. Diwan S. 274. (10) Lubad: Er ist der siebte der Adler des Luqman ibn 'Ad. Ein sehr alter vorislamischer Adler, von dem behauptet wird, dass er so lange lebte wie sieben Adler. (11) In B und M: 'wa-l-sikkin'.

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