Achtes Kapitel:
Erwähnung derjenigen, die die „Begrenzung“ (al-Ḥadd) für Allah, den Erhabenen, leugneten
Die Ersten, von denen die Leugnung der Begrenzung (al-Ḥadd) für Allah, den Erhabenen, weithin bekannt wurde, waren die Dschahmiten (al-Ǧahmiyya), welche die Attribute Allahs, des Erhabenen, entleerten (Muʿaṭṭila) und die Erhabenheit (ʿUlūw) Allahs über Seine Schöpfung verneinten. Später übernahmen dies viele von ihnen, die von ihnen beeinflusst wurden und ihrer Denkschule der Leugnung und metaphorischen Umdeutung (Taʾwīl) der Attribute folgten.
Ibn Taimiyya – möge Allah Sich seiner erbarmen – sagte in „Bayān Talbīs al-Ǧahmiyya“ (3/683):
„Sie [d. h. die Imame] erwähnten, dass Dschahm (Ǧahm) und seine Anhänger die Ersten waren, die im Islam diese negativen Attribute (aṣ-Ṣifāt as-Salbiyya) und die Aufhebung ihrer Gegenteile einführten, wie etwa ihre Aussagen: ‚Er ist nicht über der Welt‘, ‚Er ist weder innerhalb noch außerhalb der Welt‘, ‚Er befindet sich nicht an einem Ort anstatt an einem anderen‘, ‚Er ist nicht räumlich lokalisiert (muṯaḥayyiz)‘, ‚Er ist keine Essenz (Ǧawhar)‘, ‚kein Körper (Ǧism)‘, ‚Er hat kein Ende‘, ‚keine Begrenzung‘ und ähnliche Formulierungen. All diese Ausdrücke und was ihnen gleicht, sind von keinem der Gefährten (Ṣaḥāba), der Nachfolger (Tābiʿūn) oder den namhaften Imamen der Religion überliefert. Ebenso wird darüber kein Hadith vom Gesandten Allahs ﷺ berichtet, noch finden sie sich in irgendeinem der von Ihm herabgesandten Bücher Allahs. Vielmehr gehören diese zu den Aussagen der Dschahmiten und zu jener spekulativen Theologie (Kalām), über deren Tadel sich die Altvorderen (Salaf) einig waren, aufgrund dessen, was die Neuerer darin einführten. Wo immer also in den Worten der Salaf ein Tadel gegen die Dschahmiten vorkommt, sind die Verwender dieser Ausdrücke darin eingeschlossen; und wo immer von ihnen ein Tadel gegen die spekulative Theologie (Kalām) und die spekulativen Theologen (Mutakallimūn) überliefert ist, waren die Verwender dieser Ausdrücke...“