Qatada sagte: Er (Gott) richtete sich damit an die Autoritäten: „Dass sie die Grenzen Gottes nicht einhalten können, so liegt in dem, womit sie sich freikauft, keine Sünde für sie. Dies sind die Grenzen Gottes.“ Das bedeutet: Gottes Gesetz und Sein Befehl bezüglich der Scheidung. „Überschreitet sie nicht“, das heißt: Überschreitet sie nicht zugunsten anderer. „Wer aber die Grenzen Gottes überschreitet, das sind die, welche sich selbst Unrecht tun.“
Muhammad sagte: Die Bedeutung von „Grenzen Gottes“ ist das, was Er festgelegt hat und was nicht zugunsten von anderem überschritten werden darf. Der Ursprung des Wortes „Hadd“ (Grenze) in der Sprache ist „Verhinderung“ (al-man'). Man sagt: „Ich habe das Haus abgegrenzt“ (hadadtu ad-dar), das heißt: Ich habe die Orte bestimmt, die andere daran hindern, einzutreten. Und: „Ich habe gegen den Mann die Strafe (hadd) vollzogen“, das heißt: Ich habe die Strafe an ihm angewandt. Der Begriff „Hadd“ ist das, wodurch Menschen daran gehindert werden, sich in das zu begeben, was ihnen Strafe zuzieht.
Sein Wort – erhaben ist Er –: „Wenn er sie (dann) scheidet“, das heißt: die dritte Scheidung, „dann ist sie ihm nachher nicht mehr erlaubt, bis sie einen anderen Ehemann geheiratet hat.“
Yahya berichtete von Sa'id, von Qatada: „Tamima bint 'Ubaid ibn Wahb al-Quraziya wurde von ihrem Ehemann geschieden. Dann heiratete 'Abd ar-Rahman ibn az-Zubair sie und schied sich ebenfalls von ihr. Sie kam zum Gesandten Gottes – Friede und Segen seien auf ihm – und fragte ihn, ob sie zu ihrem ersten Ehemann zurückkehren könne. Er sagte zu ihr: ‚Hat er dich bereits geschlechtlich verkehrt?‘ Sie erwiderte: ‚Es ist nicht geschehen, er besitzt nicht mehr von mir als der Saum meines Gewandes.‘ Da sagte der Gesandte Gottes – Friede und Segen seien auf ihm –: ‚Nein, nicht ehe du die Süße (von der Berührung) eines anderen gekostet hast.‘ Da sagte sie: ‚O Gesandter Gottes, er hat mich bereits berührt.‘ Er sagte: ‚O Gott, wenn sie lügt, so verbiete ihn ihr.‘ Sie kam danach zu Abu Bakr, doch er gewährte ihr keine Erlaubnis (zur Rückkehr zum ersten Ehemann), dann kam sie zu 'Umar, doch auch er gewährte ihr keine Erlaubnis.“