Die Abgeschiedenheit bei den Weisen
46 - Mir berichtete al-Ḥusain ibn ʿAbd ar-Raḥmān, der sagte: Einer der Weisen sagte: „Hast du nicht den Einsamen gesehen, wie süß seine Gottesfurcht (Wara') ist, wie erhaben sein Leben, wie zufrieden seine Seele mit dem Mäßigen, wie sicher er vor den Menschen ist und wie fern – obwohl er bereit scheint, den Wechselfällen der Tage demütig zu begegnen? Wenn ihm etwas verwehrt wird, sind seine Sorgen gering; wenn ihn Unheil trifft, ist seine Trauer gering; wenn er nimmt, werden die Verpflichtungen ihm gegenüber nicht viel; wenn er verarmt, fällt ihm die Geduld nicht schwer; wenn er zufrieden ist, wird ihn der Tod nicht bedrängen; und wenn er verlangt, bringt ihm die Fülle keine Freude. Er beklagt nicht den Schmerz eines anderen und fürchtet sich nur um sich selbst. Derjenige aber, der viel besitzt, ist das Ziel der Tage, das sie anvisieren, und ihre gesuchte Rache, und das Opfer ihrer Unglücke und Plagen; wie dauerhaft ist seine Mühsal, wie gering seine Ruhe, wie erbärmlich sein Anteil und Gewinn aus seinem Vermögen, wie gewaltig seine Furcht vor den Tagen, und wie schmerzlich die Zeit durch seine Wunden und seinen Mangel! Dazu steht er zwischen dem Herrscher, der ihn beobachtet, einem Feind, der ihm nachstellt, Verpflichtungen, die ihn belasten, Gleichgestellten, die mit ihm konkurrieren, und Kindern, die seinen Tod herbeiwünschen. Ihm widerfährt von seinem Herrscher Härte, von seinen Gleichgestellten Neid, von seinen Feinden Verfolgung und von den Verpflichtungen Tadel. Er sucht nicht mehr als das Notwendige; er wählte die Zufriedenheit, so währte seine Freude, er wies die Welt zurück, so blieb er frei von Neid, und er war mit dem Hinlänglichen zufrieden, so wichen die Verpflichtungen von ihm.“ (1).
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