[Kapitel: Der Baum Ṭūbā]
54 - Abū Mūsā Isḥāq b. Mūsā al-Harawī berichtete uns: al-Qāsim b. Yazīd al-Jarmī al-Mawṣilī berichtete uns: Abū Ilyās berichtete uns: Muḥammad b. ʿAlī b. al-Ḥusayn berichtete uns. Er sagte: Der Gesandte Gottes, Friede und Segen Gottes seien auf ihm, sagte: Wahrlich, im Paradies gibt es einen Baum, der Ṭūbā genannt wird. Wenn ein Reiter sein schnelles Pferd antreiben würde, um in seinem Schatten zu reiten, würde er darin hundert Jahre lang reiten. Seine Blätter und unreifen Datteln sind grüne Gewänder, seine Blüten sind gelbe Gärten, seine Zweige sind aus feiner Seide (Sundus) und schwerem Brokat (Istabraq), seine Früchte sind Gewänder, sein Harz ist Ingwer und Honig, sein Kiesbett besteht aus rotem Rubin und grünem Smaragd, seine Erde ist Moschus und Ambra, sein Kampfer ist gelb, sein Gras ist reifer Safran und Aloeholz, die ohne Brennstoff entflammen. Aus seinen Wurzeln entspringen Salsabīl, Quellwasser und reiner Wein. Sein Schatten ist ein Versammlungsort der Bewohner des Paradieses, den sie aufsuchen und wo sie sich in ihrer Gemeinschaft unterhalten.
Während sie sich eines Tages in seinem Schatten ⦗81⦘ unterhalten, kommen plötzlich die Engel zu ihnen und führen edle Reittiere heran, die aus Rubin erschaffen wurden und in die dann der Geist eingehaucht wurde. Sie sind gezügelt mit Ketten aus Gold. Ihre Gesichter sind wie Lampen an Frische, Schönheit und Glanz. Ihr Fell ist rote Seide und weiße Ziegenwolle, miteinander vermischt. Die Betrachter haben nie etwas an Schönheit gesehen, das ihnen gleicht, und das ohne Furcht einzuflößen. Es sind edle Reittiere, die nicht abgerichtet werden müssen. Auf ihnen befinden sich Sättel, deren Platten aus Perlen und Rubin bestehen, besetzt mit Perlen und Korallen. Ihre Beschläge sind aus rotem Gold, überzogen mit feinen Teppichen und Purpur. Sie lassen diese edlen Reittiere für sie niederknien und sagen dann zu ihnen: „Wahrlich, euer Herr entbietet euch den Friedensgruß und lädt euch ein, Ihn zu besuchen, damit Er euch anblickt und ihr Ihn anblickt, damit ihr zu Ihm sprecht und Er zu euch spricht, damit ihr Ihn grüßt und Er euch grüßt, und damit Er euch von Seiner Huld und Seiner Fülle mehr gibt. Wahrlich, Er ist von umfassender Barmherzigkeit und gewaltiger Huld.“ Daraufhin begibt sich jeder Mann von ihnen auf sein Reittier. Dann reiten sie in einer geraden Reihe los; keiner von ihnen eilt dem anderen voraus, und nicht einmal das Ohr einer Kamelstute ragt über das Ohr ihrer Gefährtin hinaus. Sie kommen an keinem Baum der Bäume des Paradieses vorbei, ohne dass dieser sie mit seinen Früchten beschenkt und aus ihrem Weg weicht, aus Abneigung, ihre Reihe zu durchbrechen oder den Mann von seinem Gefährten zu trennen.
Als sie dann zum Allgewaltigen, mächtig und erhaben ist Er, emporgehoben werden, enthüllt Er ihnen Sein edles Angesicht und offenbart sich ihnen in Seiner gewaltigen Erhabenheit und grüßt sie dabei mit dem Friedensgruß. Sie sagen: „Unser Herr, Du bist der Frieden, und von Dir kommt der Frieden, und Dir gebührt das Recht der Erhabenheit und der Ehre.“ Ihr Herr sagt zu ihnen: „Wahrlich, Ich bin der Frieden, und von Mir kommt der Frieden, und Mir gebührt das Recht der Erhabenheit und der Ehre. So seid willkommen, Meine Diener, die Meine Weisung bewahrt, Meinen Bund gepflegt, Mich im Verborgenen gefürchtet haben und in jedem Zustand ehrfürchtig vor Mir waren.“ Sie sagen: „Bei Deiner Macht, Deiner Erhabenheit und der Hoheit Deiner Stellung! Wir haben Dich nicht so gewürdigt, wie es Dir gebührt, und wir haben Dir nicht all Dein Recht erfüllt. So erlaube uns, uns vor Dir niederzuwerfen.“ Ihr Herr sagt zu ihnen: „Ich habe die Last der Anbetung von euch genommen und euren Körpern Ruhe gewährt. Lange genug habt ihr für Mich die Körper ermüdet, für Mich die Gesichter angestrengt, für Mich die Münder dursten lassen und für Mich die Bäuche leer gelassen. Nun seid ihr zu Meiner Erholung, Meiner Barmherzigkeit und Meiner Ehrung gelangt. So bittet Mich, was ihr wollt, und wünscht euch von Mir, Ich werde euch eure Wünsche erfüllen. Denn Ich belohne euch heute nicht nach dem Maß eurer Taten, sondern nach dem Maß Meiner Barmherzigkeit, ⦗82⦘ Meiner Huld, Meiner Erhabenheit, der Hoheit Meiner Stellung und der Größe Meines Wesens.“
So fahren sie fort mit den Wünschen, den Gaben und den Geschenken, bis selbst derjenige von ihnen, der am wenigsten verlangt, sich das Gleiche wie die gesamte Welt wünscht, von dem Tag an, als Gott, mächtig und erhaben ist Er, sie erschuf, bis zu dem Tag, an dem Er sie vergehen ließ. Ihr Herr sagt zu ihnen: „Ihr seid in euren Wünschen bescheiden geblieben und habt euch mit weniger zufriedengegeben, als euch zusteht. Ich habe euch nun gewährt, worum ihr gebeten und was ihr euch gewünscht habt, und Ich habe euch noch mehr gegeben als das, wovor eure Wünsche zurückblieben. So seht auf die Gaben eures Herrn, die Er euch geschenkt hat.“ Da sind Kuppeln im höchsten Himmel und Gemächer, erbaut aus Perlen und Korallen, ihre Türen aus Gold, ihre Liegen aus Rubin, ihre Polster aus feiner Seide und schwerem Brokat, und ihre Kanzeln aus Licht. Aus ihren Türen und Höfen strahlt Licht hervor, ein Licht wie die Sonnenstrahlen, gleich dem funkelnden Stern am helllichten Tag. Und da sind hoch aufragende Paläste im höchsten ʿIlliyyūn aus Rubin, deren Licht erstrahlt. Wäre es nicht gedämpft worden, hätte es das Augenlicht geraubt. Was von diesen Palästen aus weißem Rubin ist, das ist mit weißer Seide ausgelegt. Was von ihnen aus rotem Rubin ist, das ist mit roten feinen Teppichen ausgelegt. Was von ihnen aus grünem Rubin ist, das ist mit grüner feiner Seide ausgelegt. Und was von ihnen aus gelbem Rubin ist, das ist mit gelbem Purpur ausgelegt, verziert mit grünem Smaragd, rotem Gold und weißem Silber. Ihre Fundamente und Säulen sind aus Rubin, ihre Zinnen sind Kuppeln aus Perlen und ihre Türme sind Gemächer aus Korallen.
Als sie sich dann zu dem begeben, was ihr Herr, mächtig und erhaben ist Er, ihnen gegeben hat, werden ihnen Pferde aus weißem Rubin herangeführt, in die der Geist eingehaucht ist. An ihrer Seite sind die ewig jungen Knaben; in der Hand jedes Knaben ist das Zaumzeug eines Pferdes. Ihre Trensen und Zügel sind aus Silber, aufgereiht mit Perlen und Rubin. Ihre Sättel sind durchflochtene Liegen, ausgelegt mit feiner Seide und schwerem Brokat. Diese Pferde reiten mit ihnen los, bringen sie zurück und lassen sie die Gärten des Paradieses erblicken. Als sie an ihren Wohnstätten ankommen, finden sie alles vor, womit ihr Herr sie aus Seiner Huld bedacht hat, von dem, worum sie gebeten und was sie sich gewünscht haben. Da sind an der Tür jedes dieser Paläste vier Gärten: zwei Gärten mit schattigen Zweigen und zwei Gärten, die dunkelgrün sind. In ihnen sind zwei sprudelnde Quellen, und in ihnen ⦗83⦘ gibt es von jeder Frucht zwei Arten, sowie Hūrīs, die in den Zelten wohlbehütet sind. Als sie dann ihre Wohnstätten darin bezogen haben und zur Ruhe gekommen sind, sagt ihr Herr, der Erhabene, zu ihnen: „Habt ihr das, was euer Herr euch versprochen hat, als wahr vorgefunden?“ Sie sagen: „Ja, wir sind zufrieden, so sei auch Du mit uns zufrieden.“ Er sagt: „Durch Mein Wohlgefallen an euch seid ihr in Meine Wohnstätte eingekehrt, habt Mein Angesicht erblickt und Meinen Engeln die Hand gereicht. So sei es euch wohlbekommen, wohlbekommen! Eine Gabe, die nicht abgerissen wird, in der es keine Trübung und keine Einschränkung gibt.“ Daraufhin sagen sie: {Alles Lob gebührt Gott, Der die Traurigkeit von uns fortgenommen hat. Wahrlich, unser Herr ist allvergebend und dankbar. Er, Der uns aus Seiner Huld in die ewig bleibende Wohnstätte einkehren ließ, in der uns keine Mühsal berührt und in der uns keine Ermattung berührt.}
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