Al-Karadǧī (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Die Nachfolge jener Imame, die wir in den Grundlagen (al-Uṣūl) erwähnt haben, kommt in unserer Zeit dem Befolgen des Konsenses (al-Iǧmāʿ) gleich, der uns von den Gefährten (aṣ-Ṣaḥāba) und den Nachfolgern (at-Tābiʿūn) überliefert wurde. Einem Muslim ist es nicht gestattet, davon abzuweichen, noch wird er darin entschuldigt; denn die Wahrheit weicht nicht von ihnen ab. Sie sind die Wegweiser, die Begründer der Rechtsschulen (Maḏāhib) dieser Umma, die Vornehmsten und Herren, die führenden Gelehrten, die Besitzer von Frömmigkeit und religiöser Standhaftigkeit, Wahrhaftigkeit und Vertrauenswürdigkeit sowie von umfassendem Wissen und offenkundiger selbstständiger Rechtsfindung (al-Iǧtihād).
Aus diesem Grund eiferte man ihnen in den Zweigfragen (al-Furūʿ) nach und machte sie darin zu Vermittlern zwischen sich und Allah, bis sie zu den Meistern der Rechtsschulen im Osten und Westen wurden. So sollen sie [die Muslime] ebenso in den Grundlagen (al-Uṣūl) in der Beziehung zu ihrem Herrn mit ihnen zufrieden sein und das akzeptieren, was sie textlich festgelegt (naṣṣū ʿalayhi) und wozu sie aufgerufen haben.“
Er sagte weiter: „Denn wir wissen mit Gewissheit, dass sie aufgrund der Güte ihres Wissens, ihrer Erfüllung der Bedingungen für das Imamat und der zeitlichen Nähe ihrer Ära zum Gesandten Allahs ﷺ und seinen Gefährten zweifellos am besten über das Bescheid wussten, was an Glaubensüberzeugungen (Muʿtaqad) des Gesandten Allahs ﷺ und seiner Gefährten nach ihm authentisch ist.“ [Maǧmūʿ al-Fatāwā (4/179)].
ʿUmar ibn ʿAbd al-ʿAzīz schrieb an al-Ḥasan [al-Baṣrī] – möge Allah ihm barmherzig sein – und fragte ihn: „Wie verhielt es sich mit den Imamen, die vor uns vorangingen, dass sie den Zoroastrieren (al-Maǧūs) die Heirat mit Müttern und Töchtern gestatteten?“ Er erwähnte dabei verschiedene Punkte ihrer Angelegenheiten, die er namentlich anführte. Al-Ḥasan schrieb ihm daraufhin: „Nun zum Wesentlichen: Du bist lediglich ein Folgender (muttabiʿ) und kein Neuerer (mubtadiʿ). Friede sei mit dir.“ [al-Amwāl (94)].
Das Ziel an dieser Stelle ist es, die Glaubensüberzeugung der Leute der Sunna und der Überlieferung (Ahl as-Sunna wa-l-Aṯar) in Bezug auf diese beiden Fragen darzulegen. Dem Sunniten bleibt nichts anderes übrig, als der Praxis der rechtschaffenen Altvorderen (as-Salaf aṣ-Ṣāliḥ) zu folgen und sich ihr zu unterwerfen – jener Altvorderen, um deren Zusammenstellung der Aussagen sich ad-Daschtī in diesem Buch bemüht hat. Und Allah ist es, dessen Hilfe man erfleht.